Wir alle lieben das Meer. Das Glitzern der Wellen, die Freiheit am Steuer, das Gefühl von Abenteuer. Doch als Segler wissen wir auch: Die See ist keine Badewanne. Wenn es ernst wird, zählt jede Sekunde.
Viele Skipper konzentrieren sich (völlig zurecht!) darauf, wie man Hilfe ruft. Aber was passiert eigentlich nach dem Druck auf die rote Distress-Taste am Funkgerät?
Die gefährliche Lücke: Wenn das Warten beginnt
Stell dir vor: Du hast den Notruf abgesetzt. Die Rettungskette ist alarmiert. Aber der Rettungshubschrauber oder der nächste Frachter sind vielleicht noch 45 Minuten, zwei Stunden oder länger entfernt. Dein Schiff ist jedoch jetzt nicht mehr sicher.
Genau hier klafft eine Lücke, die über Leben und Tod entscheiden kann. Das Sea-Survival Training der Seefunkschule Adlmanninger ist das Training das hier entscheidend sein kann.
Warum Theorie allein nicht reicht (und was wir im Training machen)
In diesem Kurs zeige ich euch, dass Wissen im Kopf gut ist, aber „Wissen in den Muskeln“ im Ernstfall den Unterschied macht. Es ist eine Sache, ein Video über eine Rettungsinsel zu sehen – es ist eine völlig andere, in voller Montur im Wasser zu liegen und zu versuchen, das Ding bei Seegang zu entfalten.
Was wir gemeinsam trainieren:
Der Kälteschock: Wie reagiert dein Körper, wenn du plötzlich im Wasser landest?
Die Rettungsinsel: Wie dreht man ein gekentertes Floß um? Wie kommt man überhaupt mit nassen Ölzeug und Rettungsweste rein?
Überleben im Verband: Warum die „Huddle-Position“ nicht nur warm hält, sondern auch die Psyche rettet.
Signalmittel: Damit du nicht nur gesehen wirst, sondern die Retter auch direkt zu dir führst.
Die drei größten Vorteile eines Sea-Survival Trainings
Panikprävention: Wer weiß, was zu tun ist, verfällt seltener in Schockstarre. Du wirst vom Passagier zum handelnden Akteur deiner eigenen Rettung.
Materialvertrauen: Du lernst deine Ausrüstung wirklich kennen. Funktioniert deine Weste? Weißt du, wie man die Kapuze der Insel schließt? Nach dem Training: Ja.
Teamdynamik: Sicherheit ist Teamsache. Wir üben, wie man als Crew funktioniert, wenn der Stresspegel bei 180 % liegt.
Mein Fazit als Trainer: Ein Funkzeugnis ist deine Eintrittskarte zur Hilfe. Das Sea-Survival Training ist deine Versicherung, dass du lange genug durchhältst, bis diese Hilfe ankommt.
Artikel veröffentlicht am 13.02.2026 von Lukas Bruneder