Am 13. Februar 2026 sank vor Gran Canaria eine Segelyacht binnen Minuten nach einer Kollision mit einem unbekannten Objekt. Die fünfköpfige Crew konnte zum Glück unbeschadet gerettet werden. Dieses Unglück reiht sich ein in eine lange Kette ähnlicher Vorfälle – wie etwa der Verlust der „Jambo“ von Martin Daldrup (2023) oder der „Asteria“ beim Golden Globe Race 2022.
Die Sorge vor sogenannten UFOs – Unidentified Floating Objects – reist auf jedem Törn mit. Doch was genau verbirgt sich unter der Wasseroberfläche und wie können wir uns davor schützen?
Die größte Gefahr an UFOs ist, dass sie kein AIS-Signal senden. Da ein herkömmliches Radar nur Objekte über Wasser erfasst, bleiben halb getauchte Hindernisse oft bis zum Aufprall unsichtbar. Dazu gehören:
Verlorene Container: Jährlich gehen weltweit Hunderte Container über Bord. Oft treiben sie wochenlang halb geflutet knapp unter der Wasseroberfläche.
Geisternetze & Fischereigerät: Verlassene Netze schwimmen dicht unter der Oberfläche und können sich in Ruderanlage oder Propeller verfangen.
Treibholz & Zivilisationsmüll: Besonders nach Stürmen oder an großen Flussmündungen treiben oft massive Baumstämme aufs offene Meer.
Wal-Kadaver: Sie treiben wie ein glatter, massiver Felsen im Wasser und sind bei Seegang kaum auszumachen.
Laut aktuellen Statistiken ist die Verlustrate von Containern zwar gering, doch konzentriert sich die Gefahr auf bestimmte Gebiete. Hochrisikozonen sind die Hauptschifffahrtsrouten (Ärmelkanal, Nordsee, Straße von Gibraltar) sowie Gebiete mit intensivem Verkehr. Nach extremen Wetterereignissen wie Orkanen oder starken Winterstürmen potenziert sich das Risiko durch ins Meer gespülte Trümmerfelder enorm.
Auch die aufmerksamste Crew stößt irgendwann an ihre Grenzen. Bei Wellengang verschwinden Container oder Baumstämme in den Wellentälern. Gegenlicht, Dämmerung oder Dunkelheit machen Hindernisse praktisch unsichtbar. Zudem lässt die menschliche Konzentration auf langen Wachen nach. Bei einer Geschwindigkeit von 7 Knoten verbleiben nach dem Entdecken oft nur Sekunden für ein Ausweichmanöver.
Wie wir Yachten schützen können
Zwar können bauliche Maßnahmen wie Kollisionsschotte das Sinken im Idealfall verzögern, doch kein herkömmliches Freizeitboot ist darauf ausgelegt, den Aufprall auf einen tonnenschweren Container bei voller Fahrt schadlos zu überstehen. Der beste Schutz ist daher die Vermeidung:
Künstliche Intelligenz an Bord: Moderne Kamerasysteme (wie z. B. Sea.AI) kombinieren Wärmebild- und Tageslichtkameras mit KI. Sie scannen die Wasseroberfläche und warnen in Echtzeit vor Objekten, die Radar und AIS entgehen.
Vorausschauende Navigation: Vor und während des Törns sollten stets NAVTEX-Warnungen und lokale Revierinfos geprüft werden.
Wachsamkeit anpassen: In bekannten Risikogebieten, nachts oder nach Stürmen gilt: Geschwindigkeit reduzieren und den Ausguck verstärken.
Community nutzen: Meldet Sichtungen von Treibgut stets der Küstenwache und teilt die Positionen in Segler-Foren, um andere Crews zu warnen.
Letztendlich gibt es keine absolute Sicherheit und Schutz vor diesem Szenario, daher ist Prävention für den schlimmsten Fall das Beste das man tun kann. Ein Funk Kurs ermöglicht schnell Hilfe von außen herbeizuholen, ein Sea Survival Kurs klärt auf über elektronische Seenotsignalmittel wie EPIRBS, SARTS, PLBs und vermittelt das Überleben auf See in der Rettungsinsel.
veröffentlicht von Lukas Bruneder, 20.02.2026