Sicherheit auf der Adria: Wie die Seenotrettung in Kroatien funktioniert

Aufgrund der vielen Unfälle in Kroatien in diesem Sommer möchte ich hier ein bisschen Aufklärung betreiben wie die Seenotrettung in Kroatien eigentlich funktioniert. Man liest sehr viele Falschinformationen über die Unfälle bzw. Unfallhergänge.

Kroatien verfügt über ein hochorganisiertes, nationales Rettungssystem, das rund um die Uhr einsatzbereit ist.

Die wichtigste Nummer auf See: 195

Tritt auf dem Wasser ein Notfall ein, gilt in kroatischen Gewässern die Notrufnummer 195.

  • Direkter Draht: Über die 195 erreichen Sie unmittelbar die Seenotrettungsleitstelle.

  • Erreichbarkeit: Der Notruf ist rund um die Uhr (24/7) besetzt.

  • Funk verbleibt Standard: Alternativ kann der Notruf wie gewohnt über UKW-Funk (VHF Kanal 16) an die Küstenfunkstellen abgesetzt werden.

Der Seenotrettungsdienst der Republik Kroatien (Traganje i spašavanje na moru) ist hierarchisch aufgebaut, um schnelle Reaktionszeiten und lückenlose Überwachung zu garantieren:

  • MRCC Rijeka (Nationale Koordinierungszentrum): Die Hauptleitstelle hat ihren Sitz in Rijeka. Sie koordiniert sämtliche Rettungseinsätze, überwacht den Schiffsverkehr und leitet Maßnahmen bei maritimen Umweltkatastrophen (z. B. Ölteppichen).

  • Die 8 Hafenverwaltungen (Unterleitstellen): Regional wird das MRCC von den Hafenämtern (Lučka kapetanija) in Pula, Rijeka, Senj, Zadar, Šibenik, Split, Ploče und Dubrovnik unterstützt.

  • Küstenbeobachtungseinheiten: Ein dichtes Netz aus lokalen Hafenstellen, den Küstenfunkstellen (Radio Rijeka, Radio Split, Radio Dubrovnik), bewachten Leuchttürmen und Beobachtungsstationen der kroatischen Marine überwacht die Küstenlinien.

  • Rettungseinheiten: Für die eigentliche Bergung und Rettung stehen spezialisierte Einheiten zu Wasser (Schiffe der Hafenämter und Marine), in der Luft (Hubschrauber) und an Land bereit.

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Zuständigkeitsbereich und Funksystem

Der Verantwortungsbereich des kroatischen Rettungsdienstes beschränkt sich nicht nur auf die internen Gewässer und das Küstenmeer. Er reicht bis an die Grenzen der internationalen Gewässer und die mit den Nachbarstaaten vereinbarten Demarkationslinien in der Adria (bei der IMO registriert).

Für die Kommunikation nutzen MRCC Rijeka, die Hafenämter und Küstenfunkstellen das internationale GMDSS (Global Maritime Distress and Safety System). Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsmeldungen werden kontinuierlich auf den festgelegten Frequenzen und UKW-Kanälen überwacht.

Passt auf euch auf da draußen,

fair winds,

Lukas Bruneder | Seefunkschule Adlmanninger

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