Sicher funken auf Donau, March, Enns und Traun
Auf der österreichischen Donau teilst du dir das Fahrwasser mit Frachtschiffen, Schubverbänden, Kabinenschiffen und Fähren. Dazu kommen Schleusen, Brücken und Engstellen, an denen sich die Schiffe absprechen. Wer ein UKW-Funkgerät an Bord hat, hört mit, was um ihn herum passiert, und kann sich selbst melden.
Dafür gibt es das UBI, amtlich das Eingeschränkte UKW-Sprechfunkzeugnis für den Binnenschiffsfunkdienst. In Österreich prüft und stellt es die Fernmeldebehörde in Wien aus, für den Binnenfunk auf Donau, March, Enns und Traun. Hier erfährst du, wann du es brauchst, worin es sich vom SRC unterscheidet und wie unser Kurs dich auf die Prüfung vorbereitet.

Wann brauchst du den Binnenfunkschein?
Für Sportboote schreibt Österreich kein Funkgerät vor. Hast du aber ein UKW-Funkgerät für den Binnenfunk an Bord, egal ob fest eingebaut oder als Handfunkgerät, braucht die Person, die damit funkt, ein Binnenfunkzeugnis. Das gilt auf dem eigenen Boot genauso wie auf einem Charterboot.
Ist ein Funkgerät an Bord, gehört es während der Fahrt eingeschaltet: Auf Kanal 10 verständigen sich die Schiffe auf der Donau untereinander (Verkehrskreis Schiff–Schiff). Dort melden sich Schiffe vor unübersichtlichen Strecken, Engstellen und Brückendurchfahrten, sprechen Begegnungen und Überholmanöver ab und warnen vor Hindernissen. Die Schleusen haben eigene Kanäle.
Auch ohne Pflicht lohnt sich der Funk: Ein Frachtschiff hinter der nächsten Flussbiegung siehst du oft erst spät. Hören kannst du es schon vorher.
UBI oder SRC: die wichtigsten Unterschiede
Das UBI wird oft mit dem Seefunkzeugnis SRC (Short Range Certificate) verwechselt. Beide betreffen UKW-Funkgeräte, unterscheiden sich aber in Revier, Technik und Sprache. Wichtig: Keines der beiden Zeugnisse deckt den Bereich des anderen ab.

1. Revier und Einsatzbereich
Das SRC gilt für den Seefunk auf dem Meer und an der Küste, eingebunden in das weltweite Seenot- und Sicherheitsfunksystem GMDSS. Das UBI gilt für den Funk auf Binnenwasserstraßen, also auf Flüssen und Kanälen. Wer im Sommer am Meer chartert und im Herbst auf der Donau fährt, braucht beide Zeugnisse.
2. Technische Ausrüstung und Identifikation
Im Seefunk spielt der digitale Selektivruf (DSC) eine zentrale Rolle: Jedes Gerät hat eine eigene Rufnummer (MMSI) und eine rote Notruftaste, die Position und Kennung automatisch aussendet.
Im Binnenfunk ist DSC ausgeschaltet. Stattdessen sendet das Gerät mit ATIS (Automatic Transmitter Identification System) jedes Mal, wenn du die Sprechtaste loslässt, automatisch eine Kennung mit. So erkennt die Gegenstelle, wer gerade gesprochen hat. Außerdem schaltet das Gerät auf den Kanälen für Schiff–Schiff, Nautische Information und Hafenbehörden automatisch auf geringe Sendeleistung (höchstens 1 Watt), damit sich entfernte Funkstellen nicht gegenseitig stören.
Viele Handfunkgeräte und Festanlagen können beides, Seefunk mit DSC und Binnenfunk mit ATIS. Welchen Modus du einstellst, hängt vom Revier ab. Im Kurs lernst du, wie das am Gerät geht.
3. Sprache und Funkdisziplin
Im Seefunk ist Englisch die gemeinsame Sprache. Im Binnenfunk wird in der Landessprache gefunkt, auf der österreichischen Donau also auf Deutsch. Das österreichische Binnenfunkzeugnis berechtigt zum Sprechfunk in deutscher Sprache, deshalb ist auch die Prüfung ganz auf Deutsch. Die Meldungen sind nach Verkehrskreisen geordnet, zum Beispiel Schiff–Schiff, Nautische Information und Hafenbehörden, und folgen festen Abläufen.
So läuft unser UBI Funkkurs: Online-Abend und Praxis vor Ort
Unser Kurs verbindet Theorie von zu Hause mit Übung an echten Geräten:
- Teil 1, Live-Online-Abend: von 18:00 bis etwa 21:00 Uhr über Microsoft Teams. Du kannst jederzeit Fragen stellen.
- Teil 2, Praxis vor Ort: am Tag danach, rund 3 Stunden an zusammengeschalteten UKW-Funkgeräten, derzeit in Linz.
Die Theorie lernst du also bequem daheim, die Zeit vor Ort gehört ganz dem Funken. Der Kurs kostet 220 €. Die Gebühren der Behörde für Prüfung und Zeugnis kommen dazu (siehe unten).

Was du im Kurs lernst
Am Online-Abend legen wir das Fundament:
- rechtliche Grundlagen und Sprechfunkerlaubnis
- Binnenschifffahrtsstraßen und wo welche Regeln gelten
- Aufbau und Einordnung des UBI unter den Funkzeugnissen
- UKW-Grundlagen, Kanäle und Sendeleistung im Binnenfunk
- das ATIS-System und die Gerätekennung
Vor Ort geht es ans Gerät:
- Funkverkehr in den Verkehrskreisen: Wie meldest du dich bei einer Schleuse, einer Brücke oder bei der Berufsschifffahrt?
- Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsverkehr: Mayday, Pan-Pan und Sécurité
- Bedienung echter UKW-Funkgeräte (z. B. Standard Horizon) mit ATIS-Modus, Rauschsperre und Sendeleistung
- Prüfungssimulation: denken, Taste drücken, kurz warten, sprechen, bis jeder Ablauf sitzt
Die Prüfung beim Fernmeldebüro Wien
Die Prüfung legst du getrennt vom Kurs bei der Fernmeldebehörde in Wien ab, den Termin wählst du selbst. Sie hat zwei Teile:
- Praktischer Teil: ein Funkgespräch an einem echten UKW-Gerät, mit Geräteeinstellungen wie ATIS-Modus, Rauschsperre und Sendeleistung, mit Routineverkehr und Not-, Dringlichkeits- oder Sicherheitsverkehr.
- Theoretischer Teil: ein Multiple-Choice-Test zu Recht, Technik und Sonderbestimmungen im Binnenschifffahrtsfunk.
Unser Tipp: Plan zwischen Kurs und Prüfung zwei bis drei Wochen ein. Verstehen wirst du den Binnenfunk nach dem Kurs. Den Fragenkatalog und die festen Redewendungen musst du danach aber noch wiederholen, bis sie sicher sitzen. Wer am Tag nach dem Kurs in die Prüfung geht, steht unnötig unter Druck.
Anmeldung: Du schickst das Antragsformular der Fernmeldebehörde mit zwei Passfotos, einer Kopie der Geburtsurkunde oder des Reisepasses und einer Kopie des Meldezettels nach Wien. Rund zwei Wochen vor dem Prüfungstermin bekommst du eine schriftliche Einladung. Ausgestellt wird das Zeugnis ab 16 Jahren, es ist unbefristet gültig.
Kosten auf einen Blick:
- Kurs: 220 €
- Prüfungsgebühr der Behörde (mit Eingabegebühr): 122,74 €
- Zeugnisgebühr nach bestandener Prüfung: 21,00 €
Die Gebühren nennt die Fernmeldebehörde (Stand Oktober 2026). Alle Details, die häufigen Fragen und den nächsten Termin findest du auf der Seite UBI Funkkurs.
Du fährst auch auf dem Meer? Dann lies weiter: Welches SRC ist das richtige für dich?